Lebenslauf
Łucja Madziar ist eine weltweit gefragte Violinistin und seit 2023 1. Konzertmeisterin des ORF Radio-Symphonieorchesters Wien. In Polen geboren, erhielt sie ihren ersten Violinunterricht im Alter von sechs Jahren in ihrer Heimatstadt Poznań. Bald folgten erste Wettbewerbserfolge und die Teilnahme an internationalen Meisterkursen; ihr Studium absolvierte sie in Deutschland und Österreich bei Prof. Petru Munteanu und Prof. Silvia Marcovici. Prägende musikalische Impulse empfing sie darüber hinaus durch Künstlerpersönlichkeiten wie Ida Haendel, Ivry Gitlis und Shlomo Mintz.
Łucja Madziar ist Preisträgerin internationaler Wettbewerbe – zu den wichtigsten Auszeichnungen zählen der 1. Preis beim „Václav Huml“-Wettbewerb in Zagreb und ein Preis beim „Fritz Kreisler“-Wettbewerb in Wien. Sie erhielt zudem den DAAD-Preis für herausragende Leistungen sowie den Aalto-Preis für junge Künstler.
Seit über 20 Jahren ist Łucja Madziar als Konzertmeisterin auf höchstem Niveau tätig – u.a. in Festanstellung bei den Münchner Philharmonikern und an der Deutschen Oper Berlin – bevor sie 2023 zur 1. Konzertmeisterin des ORF Radio-Symphonieorchesters Wien berufen wurde. Parallel verfolgt sie eine aktive Solokarriere: Seit ihrem Debüt mit dem Violinkonzert von Johannes Brahms in der Hamburger Laeiszhalle konzertiert sie regelmäßig mit Orchestern wie den Essener Philharmonikern, dem Zagreb Philharmonic Orchestra, dem Niedersächsischen Staatsorchester Hannover, dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn, dem Dubrovnik Symphony Orchestra, den Neubrandenburger Philharmonikern und dem Folkwang Kammerorchester. Sie arbeitete dabei mit Dirigenten wie Stefan Soltesz, Ivan Repušić, Jörg Faerber, Michele Spotti, Karen Kamensek, Alexander Joel und Pavel Baleff. Im Herbst 2026 gibt sie ihr Solo-Debüt mit dem RSO Wien in einer Aufführung des Violinkonzerts von Mieczysław Karłowicz; in der laufenden Spielzeit ist zudem ein Konzert in Wuppertal geplant.
Ein zentraler Schwerpunkt ihres künstlerischen Schaffens gilt der polnischen Musik und insbesondere dem Werk von Grażyna Bacewicz, deren Violinkonzerte sie als eine der profiliertesten Interpretinnen ihrer Generation international vertritt. Gemeinsam mit dem Dirigenten Łukasz Borowicz nimmt sie derzeit sämtliche sieben Violinkonzerte der Komponistin für das Label cpo auf – ein mehrjähriges Aufnahmeprojekt, das die stilistische Bandbreite Bacewiczs vom neoklassischen Frühwerk bis zu den expressiv-modernen späten Konzerten dokumentiert. Ergänzt wird dieser Schwerpunkt durch Recital-Programme mit Werken polnischer Komponisten, unter anderem in der Elbphilharmonie Hamburg.
Łucja Madziar spielt eine Violine von Camillo Camilli aus dem Jahr 1736, eine Leihgabe aus der Instrumentensammlung der Oesterreichischen Nationalbank, sowie einen Bogen von Nikolai Kittel, gefertigt um 1860.